Worte schaffen Realität
Tag 11
Worte schaffen Realität
Euphemismen sind gut gemeint – aber oft trennen sie mehr, als sie verbinden.
Sprache formt Haltung. Und gut gemeint heißt nicht automatisch gut gemacht.
Begriffe wie „Handicap“, „besonders Bedürfnisse“, „anders begabt“ oder „Sonder-“ irgendwas sollen oft höflich oder „sanft“ klingen. In der Realität schaffen sie Distanz. Sie markieren Menschen als „anders“, obwohl sie einfach ganz normale Bedürfnisse haben.
Das bringt Rebacca Maskos in ihrem Buch „Bist du behindert, oder was?“ präzise auf den Punkt:
Haben wir nicht alle Bedürfnisse? Ab wann gelten diese als ›besonders‹ und bis wohin sind sie noch ›normal‹? (S. 26)
Genau darum geht’s:
Euphemismen verschleiern Realität – statt echte Teilhabe zu fördern.
Klare Sprache schafft Klarheit über Barrieren und Rechte.
Frage an euch:
Welche „gut gemeinten“ Begriffe kennt
ihr, die mehr trennen als verbinden?