Behindert werden
Tag 16
Behindert werden
Wenn wir sagen „behindert sein“, klingt das, als wäre Behinderung etwas, das im Körper einer Person liegt.
Genau das ist der Grundfehler vieler Denkweisen.
Menschen werden behindert, nicht sind behindert.
Und zwar durch Barrieren und gesellschaftliche Ausschlüsse:
fehlende Rollstuhlrampen
fehlende Übersetzungen in Laut- und Gebärdensprache
fehlende Zugänge zu Bildung, Ausbildung, Arbeitsplätzen
Räume und Angebote, die nur für „normierte“ Körper gemacht sind
Es sind nicht individuelle Körper oder Fähigkeiten, die Behinderung ausmachen, sondern die fehlenden Zugänge in der Umwelt.
Das ist kein akademisches Wortgeklingel – das ist Realität.
Wenn Zugänge fehlen, wird ausgeschlossen.
Und Ausschluss ist Diskriminierung.
Genau aus dieser Perspektive spricht das soziale Modell von Behinderung:
Behinderung entsteht dort, wo eine Gesellschaft so gebaut ist, dass Menschen nicht gleichwertig mitmachen können.
Und genau deshalb ist „barrierefrei denken“ kein Nice-to-have, sondern ein Mechanismus gegen Ausgrenzung.
Ein Satz, der das bündig trifft:
Nicht der Körper begrenzt – die Barriere tut es.
Quelle https://diversity-arts-culture.berlin/woerterbuch/behindert-werden