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Der Curb‑Cut‑Effekt

Ein Bild von einer abgesenkten Bordsteinkante, daneben steht ein Wasserhydrant. Über dem Bild steht: Der Curb‑Cut‑Effekt. Inklusion nutzt allen – nicht nur denen, für die sie gemacht wurde.

Tag 19

Der Curb‑Cut‑Effekt

Der Begriff Curb‑Cut‑Effekt kommt aus der Stadtplanung:
Ursprünglich wurden abgesenkte Bordsteinkanten (curb cuts) für Rollstuhlnutzer*innen geschaffen – damit der Übergang vom Gehweg zur Straße ohne Hindernis möglich ist.

Was dann passierte, zeigt den Kern von Inklusion:
Diese abgesenkten Kanten halfen nicht nur Rollstuhlfahrer*innen. Sie halfen auch Eltern mit Kinderwagen, Fahrrädern, Lieferfahrern, älteren Menschen, Menschen mit Gepäck … allen.

Das ist der Curb‑Cut‑Effekt:
Wenn Barrieren abgebaut werden, profitieren alle. Nicht nur die Gruppe, für die die Maßnahme ursprünglich gedacht war.

Im digitalen Raum ist das genauso:
Untertitel helfen Menschen mit Hörbehinderung – und denen, die ohne Ton Videos schauen.
Klare Sprache hilft Menschen mit Leseschwierigkeiten – und denen, die einen stressigen Tag haben.

Gute Kontraste helfen Menschen mit Sehbeeinträchtigung – und denen, die bei grellem Licht scrollen.

Inklusion ist kein Extra‑Nutzen.
Sie ist ein Multiplikator: Sie erweitert den Zugang für alle Menschen, weil sie Hürden von vornherein entfernt.

Frage an dich:
Wo hast du schon positive Nebenwirkungen inklusiver Maßnahmen erlebt – für Menschen, bei denen du es nicht erwartet hättest?


Bildquelle: Foto von Charles Etoroma auf Unsplash